Analytics ohne Cookie-Banner: 6 Schritte zu echten Zahlen

Ich habe mein erstes Cookie-Banner auf meine eigene Website gesetzt und dachte, damit sei eine Verwaltungsaufgabe erledigt.

Dann habe ich die Seite auf dem Handy geöffnet.

Jemand sucht etwas. Er landet auf meiner Seite. Und was sieht er?

Eine Box über der halben Anzeige, mit zwei Schaltflächen, um die er nie gebeten hat. Er hat noch keine Zeile gelesen, muss aber schon über etwas entscheiden, das er nicht versteht.

Kommt dir das bekannt vor?

Eine Weile habe ich damit gelebt. Dann habe ich die Zahlen verglichen. Mein Server-Log zeigte deutlich mehr Besucher als meine Statistik.

Das ist logisch. Wer Cookies ablehnt oder das Banner ignoriert, taucht in der Statistik gar nicht erst auf.

Über meine datenschutzbewusstesten Leser wusste ich also nichts. Gleichzeitig habe ich mit genau diesen Zahlen entschieden, worüber ich als Nächstes schreibe. Ich habe die falschen Themen weiterverfolgt. Ich habe die falschen Seiten verbessert.

Und in jedem Monat, den ich gewartet habe, kam eine weitere Entscheidung auf verzerrten Daten dazu.

Jetzt die gute Nachricht. Der Ausweg ist einfacher, als du denkst. Deine Website braucht kein Banner, weil es sie gibt. Sie braucht eines wegen dem, was du daraufgesetzt hast. Beseitige die Ursache, dann verschwindet das Banner mit.

Dieser Artikel zeigt dir das in sechs Schritten.

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Was dich ein Cookie-Banner wirklich kostet

Es nimmt dir zwei Dinge. Meistens sprechen wir nur über eines davon.

Das erste ist die Nutzererfahrung. Das Banner erscheint im ersten Moment nach der Ankunft. Es verdeckt deinen Inhalt und verlangt eine Handlung, bevor du irgendetwas gegeben hast.

Auf dem Handy nimmt es die halbe Anzeige ein. Das Consent-Tool ist außerdem selbst ein Skript und bremst damit die Seite.

Das zweite ist die Messung. Das tut mehr weh, weil du es nie siehst.

Wer Nein sagt oder gar nicht antwortet, über den sammelt dein System keine Daten. Du bekommst keine Fehlermeldung. Du bekommst eine kleinere Zahl, die glaubwürdig aussieht.

Willst du wissen, wie groß diese Lücke bei dir ist? Rate nicht. Sieh dir zwei Dinge an:

  • Die Statistik deines Consent-Tools. Die meisten zeigen die Quote für Zustimmung, Ablehnung und Weggehen ohne Antwort. Das schwankt stark nach Website und Publikum, deshalb zählt nur deine eigene Zahl.
  • Dein Server-Log oder die Traffic-Auswertung deines Hosters. Vergleiche sie mit deiner Statistik, für dieselbe Woche. Die beiden stimmen nie genau überein, aber die Größenordnung des Unterschieds sagt viel.

Was in GA4 passiert, wenn jemand Nein sagt

Es lohnt sich, den Mechanismus zu verstehen. Daran sieht man, warum die Einstellung eines Consent-Tools nicht alles löst.

Google Analytics speichert eine Kennung auf dem Gerät des Besuchers, in einem Cookie (das sind die Cookies, die mit _ga beginnen). So erkennt das System denselben Browser wieder.

Darauf bauen die Sitzung, der Begriff des wiederkehrenden Besuchers und die meisten Berichte auf.

Stimmt der Besucher nicht zu, entsteht diese Kennung gar nicht erst.

Google bietet für diesen Fall Modellierung an. Aus dem Verhalten der zustimmenden Besucher wird geschätzt, was die anderen wohl getan haben. Das ist statistisch vertretbar, aber zwei Dinge muss man dazu wissen.

Erstens ist es eine Schätzung und keine Messung. Zweitens startet die Modellierung erst, wenn genug Daten zusammengekommen sind, also bleiben gerade die kleineren Websites außen vor.

Bei ein paar hundert oder ein paar tausend Besuchern im Monat fehlt der Traffic der Ablehnenden schlicht.

Dazu kommt, dass GA4 in Berichten auch Zeilen ausblendet, wenn zu wenig Daten dahinterstehen. Bei wenig Traffic siehst du deshalb leere Tabellen, obwohl tatsächlich etwas passiert ist.

Die gute Nachricht: Das Banner ist keine gesetzliche Pflicht, sondern eine Folge

Das verstehen die meisten falsch, und genau daran hängt alles.

Es gibt keine Regel, nach der jede Website ein Cookie-Banner zeigen muss. Hier kommen zwei verschiedene Dinge zusammen.

Das eine ist ePrivacy, die EU-Regel zum Datenschutz in der elektronischen Kommunikation. Jeder Mitgliedstaat setzt sie in eigenes nationales Recht um. Sie besagt, dass du vorher eine Einwilligung brauchst, wenn du Daten auf dem Gerät des Besuchers speicherst oder von dort ausliest.

Ausgenommen ist, was der Dienst zwingend braucht: der Warenkorb, die Anmeldung. Statistik gehört nicht dazu.

Das andere ist die DSGVO, die greift, sobald du personenbezogene Daten verarbeitest. IP-Adresse und Gerätekennung gelten als personenbezogen, du brauchst also eine Rechtsgrundlage, um sie zu speichern und zu verknüpfen.

Das Banner folgt somit aus zwei Bedingungen. Du speicherst oder liest etwas auf dem Gerät, oder du verarbeitest personenbezogene Daten.

Trifft beides nicht auf dich zu, gibt es nichts, wofür du um Einwilligung bitten müsstest.

„Wir glauben, dass Privatsphäre ein grundlegendes Menschenrecht ist."

Tim Cook, CEO von Apple, auf der Datenschutzkonferenz in Brüssel, 2018

Die Regel verbietet also nicht das Messen. Sie schützt den Besucher davor, dass hinter seinem Rücken Daten über ihn gesammelt werden. Wenn du nichts sammelst, umgehst du auch nichts: Die Lage, für die die Regel gilt, entsteht gar nicht erst.

Eine ehrliche Anmerkung: Das ist keine Rechtsberatung. Dein eigener Fall hängt auch davon ab, welche weiteren Dienste du betreibst. Die folgenden Schritte sind genau dafür da, dass du das auf deiner Website konkret durchgehen kannst.

Sechs Schritte, mit denen du das Banner loswirst

1. Mach eine Liste: Was setzt auf deiner Website Cookies

Öffne ein privates Fenster und lade deine Website. Klicke das Banner nicht an.

Öffne die Entwicklertools (F12), dort den Reiter Anwendung oder Speicher und darin die Punkte Cookies und Local Storage. Schreib auf, was du findest.

Sieh dir danach auch den Reiter Netzwerk an. Schau, an welche fremden Domains Anfragen gehen. Dort findest du oft das, was du vergessen hattest.

2. Trenne das Nötige vom Tracking

Teile die Liste in zwei Spalten.

In die erste kommen dein Sitzungs-Cookie, der Warenkorb, die Anmeldung, die gemerkte Sprachwahl. Die braucht der Betrieb, dafür musst du keine Einwilligung einholen.

Alles andere kommt in die zweite Spalte: Statistik, Werbe-Pixel, A/B-Test-Tools, Heatmaps, Chat.

Das Banner wirst du los, sobald diese zweite Spalte leer ist.

Noch dabei? Das Schwerste ist geschafft, die restlichen vier Schritte gehen schneller.

3. Ersetze die Messung durch eine ohne Cookies

Das ist der größte Posten auf der Liste. Und meistens der einzige, der dir wirklich wichtig ist.

Es gibt eine vernünftige Alternative: eine Messung, die nichts auf dem Gerät des Besuchers speichert und daraus kein Profil baut.

Dafür bekommst du genau das, was du täglich ansiehst. Wie viele Leute da waren, woher sie kamen, was sie gelesen haben, welche Kampagne sie gebracht hat.

4. Kümmere dich um eingebettete Inhalte

Ein eingebettetes Video, eine Karte oder ein Chat-Fenster setzt auch dann Cookies, wenn du selbst nichts eingebaut hast.

Das kannst du tun:

  • Beim Video nimm den Einbettungsmodus ohne Cookies. Oder zeige ein Vorschaubild und lade den Player erst beim Klick.
  • Bei Karten reicht oft ein festes Bild mit einem Link zur Routenplanung.
  • Beim Chat lade das Fenster erst, wenn der Besucher die Blase antippt. Das hilft auch deiner Ladezeit.

5. Nimm das Banner und sein Skript herunter

Sobald die zweite Spalte leer ist, hat das Consent-Tool nichts mehr zu tun.

Verstecke es nicht nur. Nimm den Code heraus, denn solange er dort steht, lädt er und bremst.

6. Prüfe nach und schreib deine Datenschutzerklärung um

Wiederhole den ersten Schritt im privaten Fenster. Sind Cookies und Local Storage leer, bist du fertig.

Die Datenschutzerklärung darfst du aber nicht vergessen. Schreib hinein, was du misst, wozu, wo die Daten liegen und dass du keine Cookies verwendest.

Das sind zwei Absätze. Und es ist das Erste, wonach bei einer Prüfung gesucht wird.

Worauf du wirklich verzichtest

Es wäre nicht ehrlich zu behaupten, du verlierst nichts. Das fällt weg:

  • Die Verknüpfung über Geräte hinweg, also zu erkennen, dass dieselbe Person am Handy und am Laptop da war.
  • Das Retargeting, also Remarketing. Baust du solche Zielgruppen auf, brauchst du weiterhin eine Einwilligung und damit auch ein Banner.
  • Das einzelne Besucherprofil, also was eine bestimmte Person über Monate bei dir gemacht hat.

Was bleibt: die Zahl der Besucher, die Quellen des Traffics, die beliebtesten Seiten, die Leistung der Kampagnen, die Wege durch die Website und die Absprünge.

Seien wir ehrlich: Genau das nutzt du für deine täglichen Entscheidungen.

Hier kommt StatJolt ins Spiel

StatJolt habe ich genau für diese Lage gebaut.

Es setzt keine Cookies und schreibt nichts auf das Gerät des Besuchers, weil es das nicht braucht. Es sammelt keine personenbezogenen Daten, es gibt also nichts, wofür man um Einwilligung bitten müsste.

Zwei Zeilen Code. Die Server stehen innerhalb der EU, in Deutschland und Finnland.

In der Praxis heißt das: Im dritten Schritt tauschst du den Messcode, im fünften nimmst du das Banner herunter und am nächsten Tag siehst du den Traffic, den es vorher auch schon gab, der aber nicht sichtbar war.

Der Messcode ist außerdem nur ein paar Kilobyte groß. Zusammen mit dem Consent-Tool sinkt damit auch die Ladezeit.

Das Wichtigste in drei Sätzen

Das Cookie-Banner ist keine gesetzliche Pflicht, sondern die Folge davon, dass dein Messwerkzeug etwas auf dem Gerät des Besuchers speichern will. Beseitigst du diese Ursache, gewinnst du gleichzeitig die Nutzererfahrung und den Traffic zurück, den du bisher nicht gesehen hast. Der Tausch des Messcodes sind zwei Zeilen, das Entfernen des Banners fünf Minuten.

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Du fügst nur den Code ein und siehst, wie viel klarer es wird. Keine Cookies, kein Banner, kein Consent-Tool. 0 EUR bis 2027, bei beliebigem Traffic.

Oder es bleibt beim anderen Weg: ein Consent-Tool pflegen, mit modellierten Daten arbeiten und jeden Monat eine halbe Stunde in Berichten suchen.

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